- Die Beschränkung der Bestrahlungsstärke in Sonnenstudios auf 0,3 W/m2 ist nicht ausreichend. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass bei dieser Bestrahlungsstärke 1 MED (MED = Minimale Erythem Dosis; Erythem = Sonnenbrand) nicht überschritten werden kann. Um Sonnenbrand sicher zu vermeiden, muss außerdem ein individueller Bestrahlungsplan erstellt werden (Personal-Dosis).
- Ausgebildetes Personal.
- Verbot von Münz-Solarien.
- Verbot der Nutzung von Solarien unter 18 Jahren.
- Keine Bewerbung von biopositiven Effekten (Gesundheitswerbung).
- Es wird nicht empfohlen, Sonnenstudios zu nutzen, um den Vitamin D-Bedarf zu decken.
- Die Therapie mit UV-Strahlung darf nur in Kliniken oder in ärztlichen Praxen erbracht werden.
- Entfernung aller Kosmetika vor Nutzung eines Solariums.
- Keine Nutzung von Bräunigungsbeschleunigern.
Rüdiger Greinert, Generalsekretär EUROSKIN, erklärt: „Diese Empfehlungen stellen die Grundlage für alle europäischen Länder dar. Jedes Land kann daraufhin seine eigenen gesetzlichen oder freiwilligen Regelungen für die Nutzung von Sonnenstudios umsetzen.“ EUROSKIN ist sich einig mit der WHO, dass eine Umsetzung dieser Empfehlungen nur auf gesetzlichem Wege möglich ist.
In Deutschland wurde seit 2001 versucht, mit dem Bundesministerium für Umwelt, dem Bundesamt für Strahlenschutz, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention sowie mit den Herstellern und Betreibern von Solarien, diese Empfehlungen auf freiwilliger Basis zu realisieren (Zertifizierung als „Geprüftes Sonnenstudio“ gemäß Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz). Trotz dieses Bemühens haben sich bisher nur rund 100 der 6.000 Studios seit 2003 zertifizieren lassen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat deshalb 2009 ein Gesetz erlassen, welches die Solarien-Nutzung von unter 18-Jährigen verbieten. Ebenso dringlich ist ein Verbot, in Sonnenstudios mit therapeutischen Gesundheitsangeboten zu werben: „Wenn wir in Deutschland von rund vier Millionen meist jungen Nutzern ausgehen, die ein Sonnenstudio zweimal wöchentlich besuchen und weiteren 12 Millionen, die es gelegentlich aufsuchen, können wir davon ausgehen, dass ein Großteil dieser Menschen später Hautkrebs bekommt“, erklärt Professor Dr. Eckart Breitbart, Zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.
www.euroskin.eu